Islam FAQ

Quelle: www.islam.de


Wie werde ich Muslim?
Man kann den Übertritt zum Islam auf zwei Ebenen durchführen.
Der Übertritt auf privater Ebene ist der erste und wichtigste Schritt. Voraussetzung ist, dass man sich intensiv mit dem Islam beschäftigt hat. Man sollte nach allem fragen, was nicht verständlich ist. Auch sollte man versuchen, neue Bekanntschaften zu Muslimen zu schließen, die regelmäßig eine Moschee und islamische Veranstaltungen besuchen. Auf diese Weise gelangt man, so Allah will, zu der tiefen Überzeugung, dass der Übertritt zum Islam der einzig wahre Weg sein kann. Der Übertritt soll ein Schritt des Herzens und der tiefsten Überzeugung sein. Kein Mensch kann dazu gezwungen werden, wie es auch im Koran heißt: "Es gibt keinen Zwang in der Religion".
Gesellschaftlich sieht der Übertritt zum Islam so aus: Man spricht vor zwei Zeugen das Glaubensbekenntnis (die Schahada), es lautet: "Ich bezeuge, dass es keine Gottheit außer Allah gibt und dass Muhammad Allahs Diener und Gesandter ist."

Besteht der Islam nur aus Regeln und Verboten?
Es ist leider ein häufiges Vorurteil, dass der Islam nur aus Regeln und Verboten besteht. Die erlaubten Dinge im Islam überwiegen. Die Religion des Islam schließt lediglich keinen Bereich des Lebens aus, man kann den Islam in allen Lebenssituationen als Rat und Hilfe hinzuziehen. Deshalb ist der Islam für Muslime allumfassend jedoch nicht einschränkend. 

Die 5 Säulen des Islam
Unser Prophet Mohammed (Friede sei auf Ihm) hat gesagt:
"Islam (wörtl: Frieden und Unterwerfung unter dem Willen Gottes) bedeutet:

  • dass man bezeugt, dass es keinen Gott außer Gott gibt und Mohammed der Gesandte Gottes ist,
  • dass man die täglichen Gebete verrichtet,
  • das jährliche Fasten hält,
  • die Pilgerfahrt vollzieht
  • und die Zakkat (Pflichtabgabe) zahlt".

Zum Gebet. Der Islam hat für jeden Tag fünf allgemeine Gebete vorgeschrieben. Während des Gebets wendet sich der Muslim allein dem Schöpfer und schiebt alle weltlichen Einflüsse beiseite. Vor dem Gebet muss der Gläubige eine rituelle Waschung vollgezogen haben.

Zum Fasten. Der Fastenmonat Ramadan ist der 9.te Monat im Mondkalender. An jedem Tage dieses Monats muss sich der Gläubige vom Essen, Trinken und vom geschlechtlichen Verkehr enthalten, und zwar von Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang. Erleichterungen gibt es u.a. für Kranke, Reisende, Frauen mit
monatlicher Regel. Mehr zu dem Thema finden Sie in unserer FAQ-Liste.

Zur Pilgerfahrt. Der Muslim muss ein mal in seinem Leben die Pilgerfahrt  nach Mekka (in Saudi Arabien) durchführen, wenn er finanziell und gesundheitlich dazu in der Lage ist.
Zakkat ist die jährliche Pflichtabgabe an die Armen. Es wird ein gewisser Prozentsatz (ca. 2,5%)  von dem Geld, das innerhalb des ganzen Jahres nicht gebraucht wurde, gespendet. Die Zakkat ist eine religiöses Gebot und gleichzeitig eine soziale Verpflichtung. Die Gott-Mensch-Beziehung (Gottesdienst) und die Mensch-Menschkomponente (Dienst an den Menschen) werden hier, wie in vielen anderen Handlungen des Islam, verwirklicht. Darüberhinaus ist die Zakkat hinstorisch unzählig belegt eine gerade revolutionäre Institution, die manch Volk(swirtschaft) vor dem Ruin gerettet hat. Sie bezweckt, dass die Aufspaltung Gesellschaft sich in zwei Gruppen (nämlich sehr viele Reiche und sehr viele Arme) verhindert wird. Der Muslim ist bei der Abgabe selbst verantwortlich gegenüber Allah, er wird von keiner Behörde kontrolliert. 

Müssen auch Kinder während des Monats Ramadan fasten?
Grundsätzlich gilt, dass die islamischen Richtlinien (insbesondere die aus den 5 Säulen) für Muslime ab der Zeit der Pubertät gelten. Dies gilt insbesondere für das Fasten.
Die Kinder werden in den islamischen Gesellschaften spielend an den Fastenrythmus gewöhnt; indem man ihnen beispielsweise die Möglichkeit gibt, es einmal am Wochenende zu versuchen. 

Über das Paradies und die Hölle
Der Glaube an das Paradies und an die Hölle gehört bei den Muslimen zu den 6 Glaubensartikeln, nämlich zum fünften Glaubensartikel, dem Glauben an das Jüngste Gericht, das eine Belohnung (Paradies) oder eine Bestrafung (Hölle) für das Leben im Diesseits zur Folge hat.
Wir glauben daran, dass jedes Lebewesen, das aus freien Stücken an den einen Gott glaubt, dem Erschaffer allen Seins, und Ihm keine andere Gottheit beigesellt durch die Barmherzigkeit Gottes ins Paradies gelangt. Dem Eintritt ins Paradies geht eventuell eine Bestrafung in der Hölle zuvor (Abbüßen für seine Sünden). Weder im Paradies noch in der Hölle gibt es den Tod. Das Leben wird unendlich sein.
Der Glaube an das Paradies und an die Hölle birgt den Gedanken der Gerechtigkeit Gottes in sich. Das Leben im Diesseits wird als Übergangsphase, als Prüfung angesehen. Die Gerechtigkeit Gottes besteht darin, seine Diener für ihre guten Taten zu belohnen und für die schlechten Taten zu bestrafen. Wir glauben jedoch auch an die Barmherzigkeit Gottes, der die guten Taten zehnfach oder mehr belohnt und die schlechten Taten nur einfach bestraft. Jeder Diener Gottes kann der Strafe der Hölle entgehen, wenn er Gott aufrichtig und reuevoll um Vergebung seiner Fehltritt bittet. 

Warum essen Muslime kein Schweinefleisch?
Muslime essen kein Schweinefleisch, weil Gott es durch den Koran verboten hat. Zwar gibt es immer wieder Versuche, das Verbot naturwissenschaftlich zu untermauern, indem beispielsweise medizinische oder hygienisch Gründe bemüht werden, aber letztendlich gibt das ausdrückliche Verbot durch den Koran den Ausschlag
Im Koran [5, 3] heißt es: "Verboten ist euch das Verendete sowie Blut und Schweinefleisch."
Im Islam ist das, was zu einem verbotenen Handeln führt, haram. Beispiel: Verkauf von Alkohol, finanzielle Unterstützung eines unislamischen Gewerbes, Mißachten der Kleidervorschriften, uvm. Mit dem Verkauf von Schweinefleisch verhält es sich genauso. 

Alkoholverbot
Der Alkoholkonsum hat eine berauschende Wirkung und demzufolge schädliche Auswirkungen auf die Einzelperson, Familie und Gesellschaft. Das Verbot wurde von Gott endgültig in der Sure 5 Vers 90-91 festgelegt. Gründe dafür sind einleuchtend: Durch den Alkoholkonsum vernachlässigt der Gläubige u.a. seine religiöse Pflichten, das Gedenken an Gott und die Verrichtung des Pflichtgebets.
Weil der Alkohol von Allah verboten wurde, soll ihn der Muslem in jeder Form vermeiden, auch nur in kleinen Mengen. Denn der Begriff "wenig" ist relativ. Für einen ist "wenig", wenn er nur ein Gläßchen in der Woche trinkt, für den anderen ist eine Flasche Wein am Abend "wenig".
Eine kleine Menge Alkohol führt zu einer großen Menge, ein Glas zum anderen, bis man süchtig geworden ist. Aus diesem Grund ist die Haltung des Islam zum Alkoholverbot und dem Versperren aller Zugänge zum Alkoholtrinken eindeutig und unmißverständlich. Weil das Maß von jedem anders verstanden wird, ist das totale Verbot die beste Lösung. Der Prophet Mohammed (Friede und Segen auf ihm) sagte "Das, was in großer Menge berauscht, ist auch in kleiner Menge haram
(verboten)"; überliefert von Ahmad, Abou Dawud und Tirmidhi.

Im Zusamenhang mit Alkohol  hat der Prophet (Friede sei mit ihm) zehn Arten von Leuten verflucht:
"Allah hat den Khamr (Alkohol) verflucht, und den, der ihn herstellt, den, für den er hergestellt wird, den, der ihn trinkt, den, der ihn bringt, den, der ihn trägt, den, für den er getragen wird, den, der ihn verkauft, den, der am Verkauf verdient, den, der ihn kauft und den, für den er gekauft wird." (Authentische Überlieferungskette - sahih). 

Nikotin, Haschisch
Die meisten Gelehrten sind sich einig, dass dauerhaftes Rauchen haram ist. Einige Gelehrte (eine Minderheit) ist der Meinung, dass es nur makruh (also verpöhnt und nicht verboten) ist.
Dies gilt nicht für Haschisch. Haschisch ist berauschend und somit genau wie Alkohol verboten, haram. 

Abtreibung im Islam
1. Stufe: Die Schwangerschaft unter 42 Tagen.
Nach der Mehrheit der Gelehrten besitzt der Fötus in diesem Stadium noch keine Seele. Grundsätzlich ist die Abtreibung in einer Schwangerschaft verboten. Die Abtreibung ist unter Umständen dann erlaubt, wenn für die Mutter schwerwiegende gesundheitliche Schäden oder Lebensgefahr zu befürchten ist.

2. Stufe: Die Schwangerschaft zwischen 42 Tagen und 120 Tagen
Hier gibt es verschiedene Meinungen:

  • Einige Gelehrten sagen, dass die Abtreibung nur erlaubt ist, wenn ein Arzt bescheinigt, dass die Frau schwerwiegend unter der Schwangerschaft leidet. Der Arzt muss Muslim sein. Bei Nichtmuslimen kann man nicht sicher sein, ob der Arzt die islamischen Grundsätze genügend berücksichtigt hat.
  • Andere Gelehrte meinen dass diese Stufe identisch mit der 1. Stufe ist.
3. Stufe: Die Schwangerschaft nach mehr als 120 Tagen
Die Abtreibung ist nur erlaubt, wenn die Frau bei Fortführung der Schwangerschaft oder bei der Geburt sterben müßte. Hier gilt das Motto, dass man lieber den Zweig eines Baumes opfert als den Baum selber. Das Leben der Mutter wird in diesem Zusammenhang über das des Kindes gestellt. Dies ist damit zu begründen dass:

  • die Mutter als erwachsene Person in das soziale Leben integriert ist und dort Aufgaben übernimmt, die für die anderen Familienmitglieder sehr wichtig sind (z.B. könnte sie schon Mutter eines anderen Kleinkindes sein).
  • Das Überleben eines Neugeborenen ist nicht so sicher wie das Weiterleben der Mutter: Zur Zeit des Propheten starben Kleinkinder häufiger als heute an Kinderkrankheiten, da die Medizin nicht so weit entwickelt war. Die Situation hat sich im Laufe der Zeit geändert, so dass dieser Punkt heute in der westlichen Welt nicht mehr den gleichen Stellenwert hat wie früher.

Aus den Quellen des Islam geht zudem hervor, dass; man Kinder nicht aus Armut töten darf, da Allah für ihren Lebensunterhalt sorgt. 

Sterilisation
Ganz allgemein betrachtet erlauben islamische Theologen keine unumkehrbaren Methoden zur Empfängnisverhütung für Frauen oder Männer. Methoden zur vorübergehenden Empfängnisverhütung sind dagegen erlaubt, sofern sie keine gesundheitlichen Schäden nach sich ziehen. Eine bleibende Sterilisierung ist nur dann zulässig, wenn schwerwiegende gesundheitliche Gründe vorliegen. Wenn Ärzte unter solchen Umstaenden empfehlen, auf jeden Fall eine Schwangerschaft zu vermeiden, kann der Ehemann sich einer Vasektomie unterziehen. Ebenso kann sich eine Frau sterilisieren lassen, wenn sie zum Beispiel an einer unheilbaren Krankheit leidet, weitere Schwangerschaften sie oder den Fötus gesundheitlich schädigen würden und andere Methoden der Empfaengnisverhuetung zu unzuverlässig sind.
Quelle: Deutsche Muslim-Liga, Rundbrief 05/1998. 

Was sind die islamischen Erfordernisse hinsichtlich der Beschneidung?
Die Beschneidung findet im Koran keine direkte oder indirekte Erwähnung. Die Beschneidung von Frauen ist im größten Teil der islamischen Welt völlig unbekannt und wird dort nicht praktiziert, mit Ausnahme von wenigen Ländern in Afrika. Dort, wo es die Beschneidung von Mädchen gibt, erfolgt sie auch unter Nichtmuslimen, weil es sich um einen vorislamischen Brauch handelt. Im Gegensatz zu der kürzlich veröffentlichten Meinung des ägyptischen Scheichs Jussuf Al Badri, gibt es aus islamischer Sicht kein derartiges Erfordernis. Die mit "pharaonischer Beschneidung" schöngeredete Verstümmelung der Geschlechtsteile von Mädchen widerspricht eindeutig den Lehren des Islam, auch weil damit eine gravierende und gesundheitlich riskante Veränderung der Schöpfung GOTTES vorgenommen wird.
Was nun die Beschneidung von Knaben beziehungsweise Männern betrifft, so handelt sich dabei um eine Sunna des Propheten Ibrahim (a.s.). Vom Propheten Muhammad (a.s.) wird in sämtlichen authentischen 6 Hadithsammlungen folgender Ausspruch überliefert: "Es gibt 5 Dinge, die zur natürlichen (Hygiene) gehören: Die Entfernung des Schamhaares, die Beschneidung, das Kürzen des Schnurrbartes, die Entfernung des Achselhaars und das Schneiden der Fingernägel."
Nach Imam Abu Hanifah und Imam Malik ist die Beschneidung empfohlen (sunnah mu'akkadah). Nach Imam Schafi'i und Imam Ahmad Ibn Hanbal ist sie verpflichtend (wadschib). Deswegen sollten muslimische Eltern darauf achten, dass ihre männlichen Kinder beschnitten werden, und zwar aus hygienischen Gründen wie auch aus Gründen der prophetischen Tradition.
Die korrekte Art der Beschneidung ist, dass die Vorhaut (qulfah) so entfernt wird, dass die Eichel vollständig frei liegt. Entsprechend der sunna ist es empfohlen, die Beschneidung am siebten Tag nach der Geburt (einschließlich des Geburtstages) vorzunehmen, aber sie kann auch früher oder später erfolgen.
Viele Eltern lassen den "Eingriff" bereits im Krankenhaus vornehmen; da dies aber nicht vor dem 4. Tag nach der Geburt stattfinden soll, bevorzugen die Eltern, die Beschneidung ambulant bei einem Arzt ihrer Wahl vorzunehmen. Leider wird dies meist nicht mehr über die Krankenkasse abgerechnet.
Der Eingriff wird im Krankenhaus normalerweise unter leichter Narkose gemacht, und in einer Praxis zumeist nur mit lokaler Betäubung. In beiden Fällen werden die Eltern genau informiert, wie sie damit umgehen. Das Baby scheint kaum etwas zu verspüren, nach dem Eingriff schläft es länger als sonst, die Heilung erfolgt schnell.
Was nun die Beschneidung im fortgeschritteneren Alter betrifft, also bei Erwachsenen, die zum Islam übertreten, so ist dazu zu bemerken, dass es sich um eine empfohlene Handlung (sunna) und nicht um eine Pflicht handelt. Wenn irgend möglich, sollte man sich beschneiden lassen, weil der Islam der Beschneidung den Vorzug gibt. Anzumerken ist, dass vom Propheten Ibrahim (a.s.) überliefert wird, er habe die Beschneidung im Alter von 80 Jahren vorgenommen.
Muslim wird man durch Aussprechen des islamischen Glaubensbekenntnisses und nicht etwa erst durch die Beschneidung. Angeblich soll es sogar in Deutschland vorgekommen sein, dass man von jemandem, der den Islam annehmen wollte, zunächst eine ärztliche Bescheinigung hinsichtlich einer bereits erfolgten Beschneidung verlangt habe. Das ist natürlich Unsinn, denn wäre die Beschneidung tatsächlich verpflichtend, dann würde eine solche Verpflichtung erst mit Annahme des Islam entstehen und nicht schon vorher.
Folgte man dieser Logik unter Berücksichtigung des oben zitierten Ausspruchs des Propheten, dann wäre zum Beispiel auch die Entfernung von Scham- und Achselhaar zu verifizieren und zu bescheinigen!
Quelle: Rundbrief der Deutschen Muslim-Liga, Hamburg, Nummer 06/1997. 

Welche Verhütungsmittel sind erlaubt?
Verhütungsmittel, die eine Befruchtung der Eizelle verhindern, sind nach fast allen Gelehrten erlaubt. Auch gegen Familienplanung spricht nichts. Man muss insbesondere erkennen, dass Kinder auf die Welt zu bringen eine riesige Verantwortung bedeutet. Wenn man nicht in der Lage ist, sieben, acht Kinder islamisch zu erziehen, muss man sich mit wenigen aber gut erzogenen Kindern begnügen.
Einige Gelehrte sind der Meinung, dass die Verwendung von Verhütungsmittel, um dauerhaft kinderlos zu bleiben nicht erlaubt ist. Keine Kinder zu bekommen, sollte eine vorübergehende Situation sein, die während schwierigen Zeiten wie Studium o.ä. erlaubt ist, jedoch immer nur zeitlich begrenzt bleiben muss. Wenn Allah einem die Möglichkeit geschenkt hat, Kinder zu bekommen, sollte der Muslim dieses Geschenk Allahs auch annehmen und vor allem nicht aus egoistischen Beweggründen vom Nachwuchsplänen abkommen.
Nicht erlaubt ist hingegen die Sterilisation (siehe oben "VII/2 - Sterilisation"). 

Muss ein Muslim die arabische Sprache beherrschen?
Die arabische Sprache zu erlernen ist eine großartige Sache für jeden Muslim, um die Worte Gottes im Original zu lesen, jedoch keine Pflicht als solche!
Den Koran auf arabisch zu lesen ist nur während der Gebete Pflicht. Hier muss jeder Muslim die Verse aus dem Koran - also die Worte Allahs - auf arabisch rezitieren. Für neue und nicht arabisch sprechende Muslime heißt dies, dass sie mindestens die erste Sure aus dem Koran in Arabisch aussprechen lernen müssen und einige kleinere Suren, um diese nach der ersten Sure zu rezitieren. Das Verstehen dessen, was man dann im Gebet rezitierst, ist obligatorisch. Außer den Versen aus dem Koran muss man im Gebet keine Abschnitte auf arabisch sprechen, da nur die Suren Gottes Wort sind. 

Sollen konvertierte Muslime einen arabischen Vornamen annehmen?
Man kann dieses tun, muss jedoch nicht. Wer auf eigenen Wunsch seinen Vornamen ändern will, kann dieses natürlich tun. Empfohlen ist ein Namenwechsel nur in Fällen, wo der alte Vorname die Zugehörigkeit zu einer anderen Religion signalisiert (Christian, Paul). Wenn dies nicht der Fall ist, man aber dennoch seinen Glauben im Vornamen wiederfinden will, gibt es die Möglichkeit, seinen alten Vornamen (inoffiziell) mit einem arabischen Vornamen zu erweitern. 

Nichtmuslime in islamischen Ländern
Nichtmuslime dürfen in einem islamischen Land leben. Sie werden als die "geschützten Leute" (ahlu-dhimma oder dhimmi) bezeichnet. Das bedeutet, dass Allah, Sein Prophet (s) und die muslimische Gemeinschaft mit ihnen einen Vertrag geschlossen haben, dass sie in Sicherheit und Frieden unter dem Islam leben können. Im modernen Sprachgebrauch sind die dhimmis "Bürger" des islamischen Staates. Von der Anfangszeit bis heute sind die Muslime einhellig der Meinung, dass die dhimmis Rechte und Pflichten haben, aber ihren eigenen Glauben frei ausüben dürfen. Der Prophet (s) hat die Pflichten der Muslime gegenüber den dhimmis betont und jedem, der sie verletzt, mit Zorn und Strafe Allas gedroht. Er sagte: "Wer einen dhimmi verletzt, hat mich verletzt, und wer mich verletzt, hat Allah verletzt." (Tabarani, in al-ausat, aufgrund zuverlässiger Autorität.)
"Wer einen dhimmi verletzt, dessen Gegner bin ich, und wen ich Gegner war, werde ich am Tag der Auferstehung Gegner sein."  (al-Khatib, aufgrund zuverlässiger Autorität.)
"Am Tag der Auferstehung werde ich mit jedem abrechnen, der jemanden von den Leuten des Vertrags unterdrückt oder sein Recht beeinträchtigt oder ihm auflädt, was seine Kraft übersteigt, oder ihm etwas gegen seinen Willen nimmt." (Abu Dawud) 

Wie erhielt der Koran die Form, die wir heute kennen?
Allah offenbarte den Koran dem Propheten Muhammad durch den Engel Gabriel, der dem Propheten den Koran beibrachte. Also wurde der Koran am Anfang nicht aufgeschrieben, da der Prophet den Koran nur auswendig lernen konnte - er war Analphabet. Die Offenbarungen erfolgten über einen Zeitraum von 23 Jahren, jeweils in Bezug auf eine aktuelle Situation oder ein Problem. Nachdem der Prophet den Koran den Gefährten beibrachte, wurde er auf Papyrus, Holz, Leder, Stein usw. festgehalten. Später, d.h. im Jahr 12 nach der Hidjra (Auswanderung des Propheten nach Medina), wurde der Koran im Auftrag des Kalifen Abu Bakr gesammelt. Anlaß war, dass viele Muslime bei der kriegerischen Auseinandersetzung von Jamama gefallen waren (650), darunter auch viele, die den Koran auswendig kannten. Die Schrift wurde allerdings in damaliger Zeit noch ohne Vokalzeichen ("Punkte und Striche") niedergeschrieben, so dass später verschiedene Lesarten dieser Urschrift möglich waren. Diese Lesarten mussten folgende Bedingungen erfüllen:
  • Sie mussten die arabische Sprache wiedergeben (korrekte Grammatik und Rechtschreibung)
  • Sie durften nicht im Widerspruch zur Urschrift stehen.

Ist das Tragen des Kopftuches für Muslimas obligatorisch?
In Sure 2 Vers 256 heißt es "Es gibt keinen Zwang in der Religion [..]", was eben heißt, dass sich jeder Mensch frei für seine Religion entscheiden darf. Ebenso kann man einen Menschen nicht zu bestimmten Handlungen zwingen, auch wenn es seine Religion vorschreibt. Man ist letztlich einzig vor Allah verantwortlich, wenn man durch sein Verhalten nicht die Rechte anderer Personen verletzt. So ist es beim Kopftuch. Islamisch gesehen ist das Tragen des Kopftuches eine Pflicht, die Allah im Koran offenbarte. Außerdem belegt die Sunna des Propheten (Friede sei mit ihm) diese Pflicht ebenfalls eindeutig. Frauen (und Männer) sollten sich aus ÜBERZEUGUNG an die von Allah offenbarten Kleidervorschriften halten.
Weitere Informationen unter www.kopftuch.islam.de

Wie flexibel ist der Islam?
Der Islam steht in Deutschland (und anderen Ländern) vor dem Problem, dass er in den Medien negativ dargestellt wird. Dadurch erklärt sich der Versuch vieler Muslime, Vorurteile über den Islam abzubauen. Eines der Vorurteile gegenüber dem Islam ist seine angebliche Unflexiblität". In Wahrheit hat er eine Aufklärung, wie sie im Christentum stattgefunden hat, gar nicht nötig. Warum nicht? Weil der Koran, die Sunnah und die anderen Rechtsquellen des Islam eine flexible Auslegung und Anpassung an Zeit und Ort zulassen. Wie sonst könnten Muslime zu Themen wie Gentechnologie, Organtransplantation, Umweltschutz etc. kompetent Stellung beziehen, und sich hierbei auf Koran und Sunnah berufen?
Sicher müssen die Muslime ihre Religion besser verstehen und leben, damit die Gebote des Islam auf die jeweilige Umgebung angepaßt werden. Die Aussage, dass der Islam unabänderlich sei, ist ein wenig schwammig. Der Islam sieht nicht nur den Koran als Grundlage der Rechtsprechung vor. Und selbst im unveränderlichen Koran gibt es zeitlose Regelungen und allgemeine Grundsätze, die eine zeitliche Anpassung zulassen. 

Falsche Vorstellungen über die Vorherbestimmung
Es wird gesagt, dass alles, was jemand in dieser Welt tut oder unterläßt, von Gott vorherbestimmt sei. Warum werden wir dann am Tag des Jüngsten Gerichts für unsere Handlungen zur Rechenschaft gezogen?
Es ist unrichtig zu sagen, dass alles, was wir tun, von Gott vorherbestimmt ist und wir nur innerhalb Seines Willens und dem, was er uns auferlegt hat, handeln. Wäre dem so, dann wäre es ungerecht, uns für etwas zur Rechenschaft zu ziehen, das er für uns vorbestimmt hat. Gott ist aber der gerechteste aller Richter und deswegen brauchen wir für etwas, bei dem uns keine Wahl gelassen wurde, auch keine Rechenschaft ablegen.
Daraus ergibt sich ganz klar, dass unsere Freiheit der Wahl ganz real ist. Wir wissen, dass das zutrifft, und zwar nicht zuletzt wegen der Art und Weise, wie wir uns in verschiedenen Situationen entscheiden. Unsere Freiheit, nach unserem eigenen Willen zu entscheiden, ist eine Manifestation des Willen Gottes, der beschloss, uns diese Freiheit zu gewähren.
Gott weiss jedoch schon vorher, wie wir uns in jeder gegebenen Situation verhalten. Gottes Wissen ist absolut, was letztlich bedeutet, dass diesem Wissen durch kein Ereignis etwas hinzugefügt wird, weil dieses Ereignis GOTT bereits bekannt ist, bevor es eintrifft.
Quelle: Rundbrief der Deutsche Muslim-Liga, Hamburg, 06/1995. 

Ist schwören erlaubt?
Über das Schwören (im Namen Gottes) im Zusammenhang mit Geschäften ist vom Propheten folgende Aussage überliefert: "Schwören führt einen raschen Verkauf herbei, löscht aber den Segen aus" (überliefert von Buchari). Er wies die Kaufleute an, Schwören allgemein zu vermeiden, besonders zur Stützung einer Lüge. Er tadelte das häufige Schwören, einmal, weil es oft geschieht, um die Leute zu betrügen, zum anderen, weil es die Achtung vor Allahs Namen im Herzen vermindert.
Wie kann man Gott um Verzeihung bitten, wenn man einen solchen Schwur gebrochen hat? Die Antwort ist in Sure 5 Vers 89:
"Allah wird euch für ein unbedachtes Wort in euren Eiden nicht zur Rechenschaft ziehen, doch Er wird von euch für das Rechenschaft fordern, was ihr mit Bedacht geschworen habt. Die Sühne dafür sei dann die Speisung von zehn Armen in jenem Maß, wie ihr die Eurigen im Durchschnitt speist, oder ihre Bekleidung oder die Befreiung eines Sklaven. Wer es aber nicht kann, dann (soll er) drei Tage fasten. Das ist die Sühne für eure Eide, wenn ihr sie geleistet habt. Und hütet ja eure Eide. So macht euch Allah Seine Zeichen klar, auf dass ihr dankbar sein mögt. " [5:89]

Bedeutung des Freitags
Im Islam ist der Freitag grundsätzlich kein Ruhetag. Allerdings muss man während des Freitagsgebets (welches Pflicht für den Mann ist) die Arbeit stilllegen und in die Moschee gehen. Der Gottesdienst dauert etwa 30 Minuten.
 

"O ihr, die ihr glaubt, wenn zum Freitagsgebet gerufen wird, dann eilt zum Gedenken Allahs und stellt den Geschäftsbetrieb ein. Das ist besser für euch, wenn ihr es nur wüßtet. [62:9] Und wenn das Gebet beendet ist, dann zerstreut euch im Land und trachtet nach Allahs Gnadenfülle und gedenkt Allahs häufig, auf dass ihr Erfolg haben mögt." [62:10]
Abu Huraira, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete, dass der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagte: "Keiner von euch darf (außer im Ramadan) am Freitag fasten; es sei denn er fastet (zusätzlich dazu ) einen Tag davor (den Donnerstag) oder danach (den Samstag). " (Überliefert von Muslim) Ein anderes Hadith (das ebenfalls von Abu Huraira berichtet wird und überliefert von Muslim) lautet: "Der beste Tag, an dem die Sonne aufgeht, ist Freitag, und am Freitag wurde Adam erschaffen, am Freitag kam er ins Paradies, und es war Freitag, als er das Paradies verlassen musste.
Aus zahlreichen anderen (starken Hadithen, überliefert von Buchari) geht hervor, dass derjenige, der am Freitagsgebet teilnimmt: gut vorbereitet, nicht in Hast und pünktlich erscheinen, frisch gebadet (Ganzwaschung) sein soll (Zähne geputzt) und duftend (wenn möglich) sowie in seinen besten Kleidern. Man soll bescheiden seinen Platz einnehmen und während der Rede (Khutba) schweigen  (die Engel lauschen der Khutba ebenfalls). Die Engel stehen am Eingang der Moschee und registrieren, wer hineingeht. Im Laufe des Freitags gibt es einen günstigen Zeitpunkt, wenn man diesen Zeitpunkt im Gebet erlebt und Gott um etwas bittet, wird die Bitte erfüllt.

Waschung vor dem Gebet (Wudu')
Die rituelle Reinigung umfaßt: Das Waschen
  • der Hände
  • des Mundes (3 Mal spülen)
  • der Nase (3 Mal putzen/schnäuzen)
  • des Gesichts (3 Mal waschen)
  • der Unterarme (3 Mal unter Wasser darüber streichen, manche sagen 1 Mal)
  • dem Befeuchten der Haare,
  • dem Waschen der Ohren
  • und der Füße.
Nach Geschlechtsverkehr muss statt dessen die rituelle Vollwaschung durchgeführt (ghussul). Sie besteht - vereinfacht gesagt - aus einer Dusche oder einem Bad (siehe "Was ist Ganaba?"). Sowohl die rituelle Reinigung als auch die Vollwaschung haben nur Gültigkeit, wenn sie mit der Absicht des Gläubigen begangen werden, sich rituell zu reinigen. (Wie oben erwähnt: Ein Gottesdienst (zu dem auch die rituelle Reinigung oder Vollwaschung gehört,) ist nur dann ein Gottesdienst, wenn die Absicht des Gläubigen stimmt, d.h. wenn der Gottesdienst um Gottes Willen praktiziert wird.) 

Dauer des Gebets
Im Schnitt dauert ein Gebet zwischen fünf und zehn Minuten. Es hängt sehr stark davon ab, welche Verse man während der Raka´as liest. Wenn man mehr Zeit hat seinem Schöpfer hingebungsvoller dienen möchte, betet man halt länger, spricht während des Gebetes längere Bittgebete und Lobpreisungen. Gebete sind nicht immer gleich lang, es kommt oft auf die seelische Verfassung und die Sehnsucht zum Gottesdienst an.
Man muss im Gebet vollkommen abschalten und sich der Situation bewusst werden, dass man vor seinem Schöpfer getreten ist, um Ihm allein zu dienen. Er sieht uns, während wie Ihn nicht sehen. Er hört uns, während wir ihn nicht hören. Und doch wissen wir aus dem Koran, dass Gott der Erbarmer ueber Sich sagt: "Und wenn mich mein Diener nach mir fragt, so bin Ich nahe. Ich erwiedere die Bitte des Bittendenden wenn er mich anruft." 

Gibt es spezielle Gebetskleidung?
Es gibt also keine spezielle Gebetskleidung. Es gelten also die allgemeinen Bekleidungsvorschriften.
  • Frau: Der Körper muss bedeckt sein, außer Gesicht und Hände. Die Kleidung sollte nicht eng anliegend oder durchsichtig sein (gilt nicht nur beim Gebet).
  • Mann: Körper muss bedeckt sein von (einschließlich) Knie bis (einschließlich) Bauchnabel. Er sollte ebenso keine eng anliegende oder durchscheinende Kleidung tragen (gilt nicht nur beim Gebet).
Das Gebet soll auf sauberem Boden stattfinden. Viele Muslime benutzen daher Gebetsteppiche. Manche muslimische Frauen halten sich zu Hause - wo sie selbstverständlich nicht die Bekleidungsvorschriften wie in der Öffentlichkeit haben - aus praktischen Gründen einen "Gebetsmantel". Das ist dann in der Regel ein langer ein- oder zweiteiliger Überwurf, der schnell zum Gebet übergestreift werden kann. 

Reue (arabisch: Tauba) im Islam – wie mache ich Reue für eine falsche Tat?
Vor allem Folgende Dinge sind hierbei zu tun: 1. Aufrichtige Verzeihungsbitten Gott gegenüber mit gegebenenfalls Wiedergutmachung des Schadens wenn Dritte in Mitleidenschaft gezogen wurden.
2. Ausdrückliche Absicht die Tat nicht zu wiederholen.

Es wird häufig empfohlen dazu ein freiwilliges Gebet zu verrichten oder im freiwilligen Fasten Einkehr und Rückbesinnung auf Allahs Wohlgefallen zu finden.
In einem Hadith heisst es: "Jeder Sohn Adams macht Fehler, und die besten aller Fehlermacher sind die Reumütigen" (Hadith hasan/gut u.a. überliefert von Tirmidhi)
"(...) Wahrlich, Allah liebt diejenigen, die sich (Ihm) reuevoll zuwenden und die sich reinigen." (Sura al-Baqara, Vers 222)
In einem weiteren Hadith (sichere Überlieferung von Buchari, Muslim, Tirmidhi) heisst es: Abu Huraira berichtet, dass der Gesandte Allahs (s.a.s.) sagte: "Nachdem Allah die Schöpfung vollbracht hatte und ihr ihre Bestimmung gab, schrieb Er in seinem Buch nieder – und dies befindet sich bei Ihm auf dem Thron: 'Wahrlich, Meine Barmherzigkeit überwiegt Meinen Zorn'" 

Terrorismus im Islam?
Lesen Sie dazu die zahlreichen Pressemitteilungen des ZMD und die gemeinsame Verlautbarung von Islamrat und des ZMD)
Terror, willkürliche Gewalt und Angriff auf unbeteiligte Zivilisten finden im Islam keine Rechtfertigung. Im Islam gibt es keine Entschuldigung für Terror und Gewalt gegen Unschuldige. Offensichtlich wird die Religion als Hintergrund für Terrorakte benutzt, um Unterstützung bei Menschen zu bekommen, die wenig Wissen über die Religion haben. Manchmal sind es Verzweifelungsakte lebenslang Unterdrückter Menschen – ohne eine Rechtfertigung geben zu wollen. Jedoch muss man die Ursachen erkennen um den Nährboden für solche Taten zu entziehen. Die Ziele und die Art dieser Taten sind jedoch weit vom Islam entfernt. Es drängt sich die Erkenntnis auf, dass der Islam eigentlich keiner Feinde bedarf; das besorgen die sogenannten islamistischen Terroristen bestens selbst. Ihre Verbrechen bei dem Unschuldige getötet werden, gleichen einem Dolchstoß in die Brust des Islam und seiner Botschaft. Solche Gruppen tun alles, die Öffentlichkeit von allem abzustoßen, was islamisch ist.

Oft benutzte Redewendungen der Muslime
Wenn Muslime des Namen des Propheten (s.a.s.) nennen, so fügen Sie meist die Wendung "sallallahu alaihim wa sallam" (= Friede und Heil auf ihm) hinzu. Bei Texten wird dies durch ein "(s)" oder "(s.a.s.)" abgekürzt.
Bei anderen Propheten und auch für Mariam, der Mutter des Propheten Jesus, fügt man "alleihi salam", abgek. a.s. (= Allahs Frieden auf ihm/ihr). Gefährten des Propheten werden mit dem Zusatz "radi allahu anhu/anha" (r.a., Allahs Wohlgefallen auf ihm/ihr) versehen.
Wenn Muslime Aussagen über die Zukunft machen, so fügen sie die Wendung "incha allah" hinzu, was bedeutet: So Gott will. Dies wird mancmal mißverstanden in dem Sinne, dass die Muslime dies als Ausflucht für verbindliche Zusagen mißbrauchen. Der eigentliche Hintergrund ist aber der, dass in der Tat keine Aussagen möglich sind, weil nichts passiert, ohne des Gott es will. Wir können uns noch so anstrengen, letztlich entscheid Allah, was wirklich passiert. 

Heilige Stätte im Islam
Die einzigen heiligen Stätte im Islam sind folgende:
 

  1. Die heilige Moschee in Mekkah, das Zentrum der Muslime, Ort der Pilgerfahrt und erstes Gebetshaus, vom Propheten Abraham erbaut.
  2. Die heilige Prophetenmoschee in Medina.
  3. Die heilige Al-Aqsa-Moschee in Palestina (siehe Al-Aqsa Moschee)
Im Islam werden weder Propheten, noch andere Menschen, noch Tote geheiligt. 

Bilderverbot im Islam
Im Islam dürfen weder Engel, noch Propheten noch Gott abgebildet werden. Bei den Engeln und Gott/Allah wissen wir nicht genau, wie sie  aussehen, außerdem können wir Allah nicht auf eine primitive Zeichnung reduzieren, wir können Gott nicht begreifen. Propheten dürfen wegen der Gefahr der Anbetung und übertriebenen Verehrung nicht dargestellt werden, weil dies zu Irritationen im Glauben an Allah führen kann. Das wichtigste Gebot im Islam ist: Es gibt keine Gottheit außer Gott, im arabischen: "La (Keine) illaha (Gottheit) illallah (außer Gott)." Das Bilderverbot ist in erster Linie dahingehend zu verstehen, dass diese Bilder/Statuen nicht angebetet werden dürfen (anstelle Gottes). Im Koran gibt es zahllose Textstellen über das Verbot der Anbetung von Götzen. Mit Götzen sind die oben angesprochenen Bilder oder Statuen gemeint.
Sehr verbreitet dagegen sind Bilder, die an Gott erinnern sollen. Dies sind z.B.
  • Kalligraphien mit (arabischen) Texten aus dem Koran.
  • Bilder der Kaaba als zentrales Gotteshaus.
Bei anderen Bildern gibt es unterschiedliche Gelehrtenmeinungen. Es gibt Gelehrte, die auch andere Bilder verbieten. Andere sagen, dass die Absicht zählt: wenn die
Absicht bei der Darstellung oder dem Aufhängen eines Bildes nicht ist, es anzubeten oder der Schöpfung Allahs mit einer "besseren" Darstellung (Schöpfung) zu konkurrieren, sind solche Bilder erlaubt. 

Die Freiheit der muslimischen Frau
Das islamische Recht sieht es nicht vor, dass Frauen sich vom sozialen Leben abkapseln. Sie sollen den sozialen Anforderungen ihrer Umgebung gerecht werden. Es kann sogar zur Pflicht werden, dass sich eine Frau nicht im Haus aufhält, um ihrer Pflicht, nach Wissen zu streben oder ihre soziale Verantwortung zu tragen, gerecht zu werden. In einem gesicherten Hadith überliefert von Buchari heißt es: "Der gesandte Allahs, Friede und Heil auf ihm, sagte: 'Nach Wissen zu streben ist Pflicht für jeden Mann und jede Frau'."
Eine kategorische Aussage wie "muslimische Frauen sollen immer zu Hause bleiben" ist falsch. Dass dies in der Praxis manchmal anders aussieht, findet keine Grundlage im Islam. Häufig ist es aber die Übereinkunft von Mann und Frau, dass sich der Mann um die Arbeit "draußen" kümmert und die Frau zuhause "die Hosen an hat". Es kann natürlich auch umgekehrt sein.
Ein Blick in die Lebensweise des Propheten genügt, um mit alt hergebrachten Vorurteilen über die Unterdrückung der Frau und Patriarchentum im Islam aufzuräumen: Die Frau des Propheten war selbst eine der tüchtigsten und angesehensten Kaufmänner Mekkas, bei der der Prophet selbst vor seiner Heirat Angestellter gewesen ist. Zu den größten Gelehrten in der gesamten islamischen Geschichte gehört weiterhin die Frau des Propheten Ayichah, die Männer und Frauen gleichsam in den Lehren des Islams unterwies und ihr Haus kurzerhand zur Akademie umgestaltete um ihrer Lehrtätigkeit nachkommen zu können. Frauen waren in der Tradition des Islams stützende Säulen in allen Bereichen des täglichen Lebens.