Montag, 13. Oktober 2014

Lösungsorientiertes Denken

Wir hören in den Medien täglich neue Schlagzeilen über die Situation in Syrien und im Irak, über die Flüchtlinge und alle möglichen Greueltaten, die dort zur Zeit im Namen des "Islam" geschehen.

Wir sind auch nicht so naiv, zu glauben, dass die großen Weltmächte, die jetzt eifrig dabei sind "aufzuräumen", an der Gräßlichkeit der Lage unschuldig wären.

Noch machen wir es uns so leicht, alle Schuld einfach von uns zu weisen, anstatt unsere eigenen Schwächen als Gemeinschaft der Muslime einzugestehen.

Sehr viele Gelehrte haben sich bereits öffentlich gegen Ungerechtigkeit im Namen des Islam ausgesprochen. Genauso wie auch viele Muslime individuell, sei es privat oder öffentlich.

Das war gut und auch notwendig. Es ist aber irgendwann auch an der Zeit den Horizont zu erweitern und mehr zu tun, als nur ein Problem zu benennen und sich davon zu distanzieren.
Anstatt immer und immer wieder über das Problem zu sprechen, sollten wir anfangen auch mal über Lösungen nachzudenken. Und zwar solche Lösungen, die wir selbst in der Hand haben.

Wie kommt es dazu, dass man einen Teil unserer Brüder und Schwestern so leicht in die Irre führen kann? Was muss sich ändern, damit so etwas in Zukunft nicht mehr passiert? Wie kann ICH dazu in meinem Umfeld beitragen?

Das sind Fragen, an denen wir nicht vorbei kommen, auf die wir Antworten brauchen. Es ist an der Zeit unsere Aufmerksamkeit weg vom Problem und hin zu Lösungen zu lenken.

Und nach meiner bescheidenen Meinung, denke ich, wir würden schon einen enormen Schritt weiter kommen, wenn wir anfingen uns mit der Diversität in unserer Ummah auseinander zu setzen. Was uns nämlich extrem angreifbar macht, ist die Tatsache, dass es innerhalb des Islam verschiedene Strömungen gibt. Sunnah und Shia ist dabei nur die Spitze des Eisbergs. Und solange wir mit den Unterschieden innerhalb unserer Reihen nicht ins Reine kommen, bleiben wir auf diesem Gebiet angreifbar.
Wann nehmen wir uns endlich das Beispiel der ersten Muslime zu Herzen, die Meinungsverschiedenheiten nicht als Problem ansahen?

Spontan fällt mir dazu, von den vielen Begebenheiten, die man anführen könnte, nur eine kleine ein, die jedoch viel aussagt, über den Umgang mit Unterschieden. Nämlich, als die ersten Muslime, wenn sie auf Reisen waren, es solche gab, die fasteten und andere, die dies nicht taten. In dieser Situation machten weder die Fastenden den Nicht-Fastenden, noch umgekehrt einen Vorwurf.

Einen solch entspannten Umgang miteinander, wünsche ich mir auch für uns.